Kaiken - Der Judo Podcast

Oliver Flügel

# 4 | Karsten, Olaf und Lars Lange - Drei Hamburger Brüder und 150 Jahre Judo Erfahrung

28.03.2024 77 min

Zusammenfassung & Show Notes

Es waren mal 3 Brüder aus der Judo Stadt Hamburg ... so oder so ähnlich beginnt die Geschichte von Karsten, Olaf und Lars Lange als sie 1974 mit Judo begonnen haben. Ich spreche mit Ihnen über Ihre Anfänge im Judo und welchen Stellenwert es in der Familie hat. Ausserdem erzählen Sie uns ihre Lowlights und Highlights aus 50 Jahren Judo und wie Sie die Entwicklung von Judo in Deutschland insbesondere in Hamburg miterlebt haben.

Heimatverein von Karsten, Olaf und Lars: https://www.jgs-hamburg.de

Olaf Lange: Ü30 Referent des DJB, Funktionär im Hamburger Judo Verband

Karsten Lange: Instagram @karstenlange_judo, YouTube @judo-undsport-clips-karste9828, Facebook Karsten Lange

Lars Lange: https://www.larslange.de (Periodensystem der Würfe)

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Transkript

Wer von euch hat denn mit Judo angefangen?
Karsten Lange
00:00:02
Ja, das bin ich gewesen, und tatsächlich, wir haben, bedingt durch eine kleine Reiberei von so einer ich sag mal kleinen Schulaufgänge, die mich schon ein bisschen bedrängt haben, und dann bin ich am Ende bei einem Freund mal mitgegangen, und da hat mir eigentlich das Geturbe auf der Matte gut gefallen. und halbes Jahr später bin ich dann wieder dieser Gang gegenübergetreten und habe sicherlich noch keinen Judo-Gurus gekonnt, aber ich habe es ausgesprochen, und bei den anderen hat es im Gehirn gerattert oh oh, der kann Judo. und dann hat man mir wirklich nichts mehr getan.
Oliver
00:00:51
Willkommen zurück zur vierten Ausgabe von Kai-Ken der Judo-Podcast. Ja, ich bin ja der typische Breitensportler und blicke jetzt auf eine lückenhafte Judo-Karriere zurück. 1992 habe ich auch angefangen mit zehn Jahren mit Judo. Ja, bin gerade mal vier Jahre dabei geblieben, und dann hat es mich mit 14 als Puppertier eher zum Fußball getrieben, den Erdwein von Judo. Aber auch da hatte ich nur eine halbwert Zeit von zwei Jahren. Dann hatte ich auch da das Interesse verloren, bin dann erstmal in die Ausbildung, habe dann Fachabbie gemacht und Studium, und irgendwann mit Mitte 20, als ich dann angefangen habe zu arbeiten, nach der Uni Und ja, da hat es dann immer noch Kontakt zu Freunden gehabt aus der alten Judo-Familie, aus dem alten Verein, und die haben mich dann überredet, naja, sagen wir eher überzeugt, wieder zurückzukommen zum Judo. Und es hat mich dann überzeugt. Ich bin dann wieder zurück in meinen alten Judo-Forein und bin dann da wieder durchgestartet, habe dann Anschluss gefunden, konnte noch alte Judo-Techniken abrufen und habe dann auch noch meine Gürteprüfung gemacht in Grün und in Blauen, ja, und dann hat es mich aber 2015 beruflich in die Schweiz geschlagen und habe dann natürlich erst mal wieder eine Judo-Pause eingelegt. Also, auf der Matte war ich dann eher selten anzutreffen. Aber so ganz ohne Judo ging es dann auch nicht. Ich hatte 2016 noch ein anderes Judo-Projekt nebenherlaufen, das kam die Judo-Plus-30-Seite dazu, und dann ja, ich glaube, letztes Jahr in 2023 bin ich dann wieder vereintechnisch in Judo eingestiegen und dann ja wieder neu durchgestartet. Hat da also zwei große Judo-Pausen in meiner Judo-Karriere. Ja, nun habe ich hier drei Brüder vor mir, die schon Judo gemacht haben, bevor ich überhaupt auf die Welt gekommen bin. Sie waren sehr erfolgreich als Wettkämpfer in der ersten und zweiten Bundesliga, auf nationalen und internationalen Wettkämpfen. Sie sind sogar immer noch erfolgreich bei den Veteranen. Sie sind auch erfolgreich neben der Matte als Landestrainer, ü-30-trainer, kampfrichter, funktionäre im Verein, im Landesverband und auf nationaler Ebene beim Deutschen Judo-Bund, und ich weiß nicht. Ich glaube, dass die komplette Palette als Skills, die man da so an Erfahrung sammeln kann und vorhanden ist. Zusammen bringen die drei Brüder Carsten Olaf und Lars Lange aus Hamburg 150 Jahre Judo-Erfahrung auf die Matte. Tja, also dreimal Morgen nach Hamburg.
Karsten Lange
00:03:22
Morgen zurück. Dankeschön, morgen zurück, morgen zurück.
Oliver
00:03:27
Ja, gibt es da eigentlich irgendwie ein Gesetz, wie man Geschwister, welche Reihenfolge man ja auch ruft. Habe ich die richtige Reihenfolge gewählt? geht es nach Alter oder Im Grunde schon.
Karsten Lange
00:03:38
unser Vater hat immer so ich sage mal das Stichwort Kuhler gesagt Carsten, Olaf, lars Und ja von der Seite her das A von Lange könnte man denn auch noch sagen ja, das ist sozusagen die Reihenfolge.
Oliver
00:03:52
Okay, das ist ja eine super Iselsbrücke, das merke ich mir. 150 Jahre, das macht ja durch drei, 50 Jahre für jeden von euch. Und ich habe mir jetzt geschaut, sehr weit vor meiner Zeit, was das Internet so über das Jahr 1974 erzählt, was da so los war, als ihr mit Judo gestartet seid. Ich glaube, ganz bekannt. Deutschland wurde Fußballweltmeister, schweden gewinnt mit aber dem Song Waterloo den Eurovision Song Contest. Der Spritpreis damals noch in alter Währung 83 Pfennige pro Liter. Der Kugelschreiber mit Druckknopf auch interessant wurde erfunden, und der Zauberwürfel hat eine ganze Generation begeistert. Wisst ihr noch, was in Judo Deutschland zu diesem Zeitpunkt los war, als ihr eingestiegen wart? Oder war das noch gar nicht so? du hast erst mal nur mit Judo gestartet, und dann wusste dir gar nicht, wer die großen Judo-Kar sind.
Karsten Lange
00:04:48
Also würde ich auch sagen, am Anfang wusste man das noch nicht. Nachher hat man schon mitgekriegt, dass in Wolfsburg viel Kompetenz versammelt war. Aber das kam auch ein bisschen später. Mit elf Jahren habe ich noch nicht nach vorne geguckt oder in Nationalkämpfe angehimbelt, Aber ich habe tatsächlich 74 die erste WM mit meinem Vater damals bewusst, Oder wir alle drei haben die wirklich bewusst schon geguckt. Also da waren wir wirklich viel vom Fernseher. Die erste FußballwM, was man auch gesagt hat FußballwM, natürlich nicht Judo.
Lars Lange
00:05:23
Und was ich vielleicht noch zum Judo sagen kann, ist wir haben schon mitgekriegt, dass Judo unheimlich gebohmt hat. Also wir hatten irgendwie keine Namen im Kopf, aber wir wussten, dass jeder fünfte ungefähr irgendwie mal Judo gemacht hat Oder mit uns irgendwie von den Klassenkameraden auf der Judo-Matte stand. Also Judo war eine richtige Innsportart.
Oliver
00:05:45
Okay, also zu dem Zeitpunkt war in Judo Deutschland ihr habt gerade schon gesagt, in Wolfsburg. Da wurde zur Europameisterschaft in London haben Team Ost und Team West von Deutschland damals war es ja noch geteilt jeweils Bronze gewonnen, damals mit Dietmar Lorenz noch in Team Ost, und Fretma Henke aus Wolfsburg ist übrigens immer noch dort in Wolfsburg anzutreffen. Er steht da immer noch auf der Matte und macht Training. Liebe Grüße nach Wolfsburg zu Danny Karolek und Team. Also sehr interessante Zeit, zu der ihr gestartet seid. Da war Judo Deutschland schon international gut dabei. Wer von euch hatte mit Judo angefangen?
Karsten Lange
00:06:20
Das bin ich gewesen, und tatsächlich bedingt durch eine kleine Reiberei von so einer ich sag mal kleinen Schulaufgänge, die mich schon ein bisschen bedrängt haben. Und dann bin ich am Ende bei einem Freund mal mitgegangen, und da hat mir eigentlich das Geturbe auf der Matte gut gefallen. Und halbis Jahr später bin ich dann wieder dieser Gang gegenübergetreten und habe sicherlich noch kein Judo-Gurus gekonnt, aber ich habe es ausgesprochen, und bei den anderen hat es im Gehirn gerattert Oh oh, der kann Judo. Und dann hat man mir wirklich nichts mehr getan, das reichte die reine Abschreckung sozusagen. Und von der Seite sage ich mal hat das schon mal so seinen ersten Zweck erfüllt, karsten war der Erste, und Olaf und ich sind dann praktisch zeitgleich, wenn man so will.
Lars Lange
00:07:08
Ein Training später, vielleicht, nachdem Karsten mal mit seinen Freunden und Probetraining abgesolviert hat, sind Olaf und ich dann eben auch zum Training gestoßen. Wir haben alle im Judo-Pass den ersten, zweiten, 1974 als Eintrittsdatum.
Oliver
00:07:22
Aber ich meine, da gab ja noch andere Sportarten zu der Zeit. Gerade jetzt, da wurde Deutschland Fußballweltmeister geworden. Es gab es bestimmt einen Hype alle wollen zum Fußball. Wie hat das denn? wie hat Karsten es geschafft, denn euch da mit zum Judo zu nehmen? oder wie kam es, dass ihr da auch zum Judo gegangen seid?
Lars Lange
00:07:39
Ich kann auch gleich was sagen.
Olaf Lange
00:07:41
Mein Vater hat früher auch Fußball gespielt, war aber nicht derjenige, obwohl er selber im Fußball gespielt hat, derjenige, der Kinder Fußball stark unterstützt hat. In meiner Seite kriegt man Ohrbeine und guckt auf meine Beine an ist alles vom Fußball gekommen. Also, wir haben zwar Fußball, so wie das Karsten gesagt hat, wirklich gerade nicht nur bei der WM geguckt, aber die WM 11 oder sowas, solche mit Zapp-Mayer, mit Franz Beckenbauer, mit Gerd Müller, die Kante Mann. Wir haben bei uns direkt vor der Haustür, da hatten wir so eine Grünfäche, wo wir regelmäßig dann eben auch mit den Freunden und auch mit den Eltern der Freunde zusammen Fußball gekickt haben. Also, fußball hat schon eine Rolle gespielt, aber es war in der Freizeit gekickt, es war nicht organisiert. Also, wir waren mehr die typischen Straßenkicker.
Lars Lange
00:08:36
Jeden Tag draußen Fußball spielen, und zwar mal die Woche zum Judo-Training, so könnte man das sagen.
Oliver
00:08:43
Was haben eure Eltern dazu gesagt, wann die das okay, kampfsport zu machen, oder haben die ja der Erbo anders gesehen, in Leichstadt-Lädig-Vereien, oder gerade. Wenn euer Vater dann auch noch Fußball begeistert war, hat er euch da eher so im Fußballverein gesehen?
Karsten Lange
00:08:59
Also, wir waren tatsächlich kann ich jetzt mal kurz vorpreschen tatsächlich von Kind auf an. Also ich sage mal, mit 6 oder so glaube ich, war ich beim Turnen, und aber es war danach jetzt tatsächlich kein guter Trainer mehr. Da ging es mehr oder weniger sehr laut zu, so zu sagen wenig organisiert. Und dann kam eben mein Zwischenfall da in der Schule, der am Ende das zum Judo geführt hat sozusagen, und mein Vater selber hat uns tatsächlich, der hatte eher so auch die Philosophie, man soll sich selber verteidigen können. Der hat uns halt auch Boxhandschuhe geschenkt. Also ich sage mal, kampfsport in dem Sinne war nicht abgenagt, sondern der hat auch selber seine Erfahrung früher machen müssen, dass man sich doch verteidigen sollte in gewissen Momenten, und das hat er sozusagen insofern schon unterstützt. Ja, oder Olaf war es Genau.
Lars Lange
00:09:50
So war es Also. Er wollte und auch meine Mutter fand das irgendwie gut weil Judo schon irgendwie auch das Klischee hatte, eine saubere Sportart, also eine faire Sportart zu sein. Man hat zwar sich zu verteidigen gelernt, aber es war eben kein Gebolze oder Gehacke. Das mit den Boxhandschuhen kam eher von meinem Vater, umso besser für meine Mutter, als wir dann zum Judo gegangen sind. So würde ich das sagen.
Olaf Lange
00:10:19
Und er hat eben sicherlich so als Motto das hat er häufiger erwähnt uns gegenüber wie alle drei sollen zusammenhalten, so wie die Musketiere alle für einen, einer für alle, unter dem Motto das hat er wirklich häufiger gesagt, und deswegen fand das meine Eltern schon gut, dass wir alle drei eine Sportart Sie haben da auch häufig Praktikabeln Gründe angeführt haben gesagt, wenn wir jetzt den einen zum Fußball, den anderen zum Judo und den anderen, was wir zu Schachtturnieren oder was begleiten müssten, das wäre ja nicht schön. Also so war irgendwo das alles recht geballt, und das fand ich schon gut.
Oliver
00:10:54
Also hatte das auch noch ein Eigennutz für die Eltern. Sie mussten jetzt nicht an drei verschiedene Vereine euch abliefern und parken, sondern konnten euch an eine Städte hinfahren und zu trainieren und euch alle zuschauen, oder okay, das ist ja auch nicht schlecht. Aber heißt das dann, ihr habt, wenn ihr so zusammenhalten solltet, alle drei auch über die Jahre trainiert? wart ihr dann die ganzen 50 Jahre jetzt immer vielleicht nicht die ganze 50 Jahre, aber so die ersten Jahre immer Sparringpartner untereinander, dass ihr nur zu dritt immer, weil ihr vielleicht gleiches Alter, gleiche Gewichtsklasse seid, miteinander trainiert habt?
Lars Lange
00:11:27
Es hat sich ein bisschen verschoben. Also Carsten und Olaf, die waren ja schon älter, mit 11 und 9 Jahren. Ich war noch klein mit 7 Jahren, und dann habe ich in einer anderen Gruppe trainiert. Die beiden Großen haben dann häufig viel zusammentrainiert, haben dann eben auch auf den Turnieren eher was? damals gab es ja nur Schüler, das würde man heute sagen, war U15, und dann gab es Jugend, das war U18, und dann gab es schon Union und Senioren. Also es gab nicht so viel U11, u13, u15,. Von daher, auf den Turnieren haben wir uns gesehen, aber im Training haben wir uns schon ein bisschen aufgeteilt in die Trainingsgruppen, die so passen, und dann verschob sich das. Nachher, als wir Jugendlicher wurden, wurden Olaf und ich immer größer. Carsten ist, sag ich mal, mit ungefähr 1, was war es echt? 82, schätze ich mal, 1,78, maximal 1,78, also ein bisschen kleiner geblieben als Olaf und ich. Wir sind so 1,90, und im Jugendalter also U18, haben wir dann eher mal zusammen trainiert und auch gekämpft. Einmal mussten wir sogar direkt gegeneinander antreten in einem Finale von so einer kleinen Stadtmeisterschaft. Also, da wurden dann Olaf und ich mehr zusammen, sind dann Olaf und ich mehr zusammengekommen. Also, es hat sich ein bisschen verschoben, und erst im erwachsenen Alter das kann ich vielleicht auch schon sagen, da durch die Beruflichkeit, durch die Studiengänge und so sind unsere Wege ein bisschen auseinander gegangen. Wir sind zwar, sag ich mal, haben uns immer wieder hin und wieder auf der Matte getroffen, aber es war dann schon eine unterschiedlicher Schwerpunkt von den Einzelnen. Während Olaf mal nicht wegen nach der Wiedervereinigung um Osten viel trainiert und gekämpft hat, habe ich in Hamburg weiter viel trainiert und gekämpft, und Carsten, der hat das mehr als Freizeitsport, dann würde ich sagen, mal eine Phase lang gemacht, und im Moment ist es gerade wieder so, die letzten fünf Jahre, dass wir alle sehr, sehr aktiv unterwegs sind. Also, das verschiebt sich natürlich. Wir glucken nicht so aufeinander, wie sich das vielleicht anhören mag. Also wir haben alle unser eigenes privates Leben, auch neben dem Lugo.
Olaf Lange
00:13:43
Ich glaube, das war auch so ein Thema, dass unsere Eltern uns so erzogen haben, mit viel der Siffer, dass sie eben gesagt haben ihr seid alles unterschiedliche Charaktere. Das sieht man ja dann eben auch, dass wir sehr unterschiedliche Studiengänge belegt haben, also dass sie immer versucht haben, uns in unseren Stärken zu stärken, und haben gesagt ja, mach doch das, oder was möchtest du eigentlich? und dass wir uns dann nichts vorgegeben haben. Und das ist sicherlich auch darum begründet, wenn man sich das überlegt. Karsten hat Grafik-Design studiert, lars ist Kommunikationspsychologe, und ich habe BWL studiert, also bin Diplomkaufmann. Es ging weg in sehr unterschiedliche Richtungen.
Oliver
00:14:23
Ihr habt gerade gesagt, ihr habt außer die 50 Jahre Judo auch sagt man auch, was vernünftig ist, nebenher gemacht, weil von Judo alleine wird man ja jetzt nicht leben können. Schwierig. Also, ihr habt eine Ausbildung gemacht, dann habt ihr aber das gleiche gelernt. Oder habt ihr dann unterschiedliche Studienrichtungen oder auch schon unterschiedliche Ausbildungen gehabt?
Karsten Lange
00:14:44
Ausbilden, wollte ich erst machen, auch zum technischen Zeichen, als Vorweg, aber das hatte dann irgendwie nicht mehr funktioniert oder so. Ich habe es jedenfalls dann nicht verfolgt weiter, und ich bin halt gleich im Studium gelandet Und jetzt in der Werbeagentur gelandet, so wie man das, wie viele das machen.
Olaf Lange
00:15:02
Selbstständigkeit habe ich mich nie ganz getraut, habe aber tatsächlich nebenher immer auch da mitgenommen, was ging, und wenn man mich gefraut hat, habe ich eigentlich selten nachher gesagt Bei mir war es so, dass ich eben auch keine Ausbildung ich bin direkt in den Studium gegangen habe, der Betriebswirtschaftslehre in Hamburg studiert, und bei Lars war es ein bisschen anders.
Lars Lange
00:15:22
Genau, ich habe erst eine Ausbildung gemacht. Ich wollte eigentlich Lehrer werden, aber zu der Zeit war die Lehrerschwämme so groß, dass es eigentlich ja keine Chance gab. Also, wenn man Lehramt studiert hätte, würde man Taxifahrer werden. Dann habe ich gedacht, mach erst mal eine Ausbildung. Zwischendurch bin gelernter Werbekaufmann und habe dann eben auf Diplompsychologe studiert und bin Diplompsychologe.
Oliver
00:15:45
Ja, ich habe Internet. Bei meiner Recherche bin ich auch auf Deiner Seite gestoßen. Du hast diese, wenn du Diplompsychologe bist, das tust du auch im Judo anwenden habe gelesen und machst mentales Coaching.
Lars Lange
00:16:00
Ja, das ist dann aber eher hobbymäßig, sage ich mal. Also, was ich vielleicht aus der Psychologie mitnehme, habe ich eher in die Trainerausbildung gebracht. Ich habe lange, lange, über 16 Jahre lang bei uns Hitzers in Hamburg stellvertretender Lehrer und Prüfungsreferent Wir hatten Lehrer und Prüfung zusammengetan, als ich damit unterwegs war, und meine Idee war es eben, den Jodotrainer etwas psychologisches Know-how mit auf den Weg zu gehen. Also, da ist viel von der Psychologie in das Judo geflossen. Ja, und hin und wieder habe ich tatsächlich dann Athleten mental gecoached, wenn die ein bisschen im Loch stecken oder um sich vorzubereiten auf bestimmte Gegner. Das ist aber eher, sage ich mal, nebenher gelaufen.
Oliver
00:16:56
Olaf bei dir. du hattest neulich erwähnt in unserem Vorgespräch, du bist frühpensionär.
Olaf Lange
00:17:03
Ja früh oder vorpensionär. Ich bin wirklich von der Uni zu Unilever gegangen. Das ist ein großer holländisch, britischer Konzern, und da war ich meine gesamte Berufskarriere zwar mit sehr unterschiedlichen Aufgaben. Ich habe damals im Marketing angefangen, viele Jahre dort gearbeitet, bin dann aber eben nachher in den Vertrieb gewechselt, und dadurch das hatte Carsten schon angedeutet war ich eben auch an sehr vielen unterschiedlichen Standorten. Ich bin für Unilever sechs mal umgezogen, habe dann immer mal nicht gute Sachen dabei gehabt. Also ich war in Berlin unter anderem auch. Ich war in Leipzig in der lange Zeit, habe also da direkt kurz nach der Wende noch mit trainieren können, auch mit den damaligen Nationaltrainern. Da war eben ein Norbert Ditkov ständig mit auf der Matte, oder der Axel Loganstein, der damals eben wirklich auch sehr, sehr gut war, mit dem man zusammen trainiert hat. Oder ich war eben auch Airford München-Goshaar-Dahn, wo ich mal mit trainiert habe, und das war ja meine Schöne, dass die Judo-Familie, die du auch schon angesprochen hattest, auf der einen Seite beruflich sehr viele Wechseln, auf der anderen Seite irgendwo immer wieder Judo-Bekannschaften, judo-netzwerk aufgebaut, und ich hatte dann die Möglichkeit, um auf die Vorpension nochmal zu kommen, da gab es eine Möglichkeit, früher auszusteigen mit einem sehr guten Angebot, und deswegen bin ich vorpensionär, das werde ich von der Firma bezahlt und konnte dann aussteigen, weil ich weit über drei Jahrzehnte für eine Firma gearbeitet habe. Ich nannte dann auch mehr Loyalitätsbonus, den ich von der Firma bekommen habe, sodass ich mich jetzt auf das Judo konzentrieren kann.
Oliver
00:18:44
Also hast du zu Gunsten deines Hobbys, deines Lieblingssports deinen Beruf oder deine Arbeit frühzeitig beendet, damit du mehr Zeit investieren kannst in Judo.
Olaf Lange
00:18:55
Also so kann man sagen, aber ich wollte na klar. Ich sehe es wirklich als qualitative Lebenszeit, die ich gewonnen habe, und deswegen bin ich meiner Firma auch sehr dankbar, dass sie mir dieses Angebot gemacht hat.
Oliver
00:19:07
Ja, raus aus dem Hamsterrad, Ich glaube, das würden viele. Ja ist super, dass das so gelaufen ist, dass die Firma da so diesen Loyalitätsbonus gegeben hat. Karsten, du bist Webdesigner, hast du gesagt.
Karsten Lange
00:19:21
Ja, webdesigner ist in dem Sinne nicht richtig. Ich habe das auch sicherlich mal gemacht für Leute, aber ich bin eigentlich noch tatsächlich mit Print groß geworden. Ich bin also Illustration und visuelle Kommunikation, so ist mein Studiengang. Also ich bin illustrativ ziemlich stark. Ich bin jetzt zwar auch der Webmaster für die Jgs-Seite. Auf meiner Seite kann man nicht sehr viel sehen, weil das ja ist. Auch, sage ich mal, zu Lasten der Social-Media-Kanäle, wo ich mich jetzt stark fürs Judo engagiere, habe ich da jetzt nicht so groß weiter was gepflegt. Also, ich mache die Jgs, also von unserem Judo-Verein die Homepage, und bin halt, als im Moment als Fotograf fürs Judo und Videograph unterwegs, habe also letztes Jahr in den letzten Jahres in Potsdam meine erste Europameisterschaft fotografieren dürfen, und ja, bin jetzt halt auch durch meine Söhne bedingt, die beide, ich sage mal, in der Bundesspitze mitkämpfen, ja, und ich sie als Vater noch begleiten darf, habe ich mir gesagt, okay, ich habe auch mal Fotografie studiert für die Semester, dann kann ich jetzt ja vielleicht die so begleiten und ihren Weg im Judo noch ein bisschen länger und näher mitverfolgen.
Oliver
00:20:33
Kann man deine Fotos sehen? bist du dann auch von Judo-Magazin oder?
Karsten Lange
00:20:37
Also Judo-Magazin war ich auch schon mal mit drin, aber das ist noch selten tatsächlich. Aber sonst habe ich natürlich meine Adressen. Also man findet mich unter meinem richtigen Namen, auch Karsten Lange, unter Strich Judo, zum Beispiel bei Instagram und auch Karsten Lange.332 auf Facebook. Also Karsten Lange reicht eigentlich als Eingabe. Oder es gibt bei YouTube noch Judo und Sportclips, karsten, da findet man mich auch.
Oliver
00:21:05
Hast du die? ich habe mir auf eurer Seite die ganzen Videos angeschaut und und Olaf hat das mir noch ein tolles Image-Video von eurem Verein zugesendet Hat, das du das auch erstellt. Hast du damit gewirkt?
Karsten Lange
00:21:17
Also das Judo-Video hat Olaf gemacht, komplett also dieses Image-Video von Verein, und ich habe aber jetzt das aktuelle, was auf der Seite zu sehen ist, vom Bundesliga-Final in Amensberg. Da war ich mit Ende letzten Jahres, und das habe ich gefilmt und eben auch auf YouTube einen Zusammenschnitt online gestellt. Da habe ich halt den ersten Durchgang fotografiert und den Rückrunden, da habe ich dann gefilmt. Also da habe ich beides so zusammengebracht als sozusagen Erinnerung und ähnlich. Also angefangen eigentlich der erste größere Streifen war 2016 ist das Hamburger Judo-Team zum ersten Mal deutscher Meister geworden in der Bundesliga, und das habe ich halt auch dokumentiert. Das findet man dort auch.
Olaf Lange
00:21:58
Ist das wirklich nochmal eine interessante Erwähnung. Wie, alle drei sind eigentlich mit dem Medium-Film und Fotos mit aufgewachsen. Ein Vater war Gründer mit eines Films und Fotoklubs, die Kamera in Hamburg-Bergelorf, und deswegen haben wir also wirklich alle Stadien eben auch mit dem Analog-Film mit Normal-Acht und Super-Acht und Single-Acht 16 Millimeter nachher, als die Umstellung war, video 8, video High-Acht, also was eben mitgemacht. Und ja, ich hatte in der Zeit dann auch mal überlegt, regiewesen in Berlin zu studieren. Aber das Hobby eben Filme zu drehen, das mache ich nach wie vor noch. Also, ich drehe dann aber in dieses Spielfilme mit Karsten direkt aus meinem Familienfrauen des unbekannten Kreis, und drehe da keine Spielfilme.
Oliver
00:22:48
Jetzt habt ihr vorhin erwähnt, welchen Stellenwert es bei euch in der Familie habt. Ich habe auch rausgehört ihr habt Kinder. Was bedeutet das für eure Kinder, wenn da so drei judo-verrückte Väter und Onkel 50 Jahre judo machen? das färbt doch ab. Oder ihr habt gesagt, du hast erfolgreiche Kinder oder Kinder, die auch erfolgreich im Wettkampf sind und im Leistungssport unterwegs sind. Bedeutet das, dass dann alle Kinder von euch im Judo-Anzug auf der Marke anzutreffen sind?
Lars Lange
00:23:18
Nee, das bedeutet es leider nicht. Ich habe drei Kinder eine Tochter, die spielt Tennis, und zwei Jungs, die spielen Fußball. Und die Tochter und einer von den Jungs hat es auch mal mit dem Judo versucht. aber tatsächlich haben die Spaß eher an den anderen Sportarten, Und ja, ich wäre ein schlechter Vater und schlechter Psychologe, wenn ich nicht deren Bedürfnisse mit bedenken würde. Von daher wünsche ich denen einfach viel Spaß bei deren Sportarten.
Oliver
00:23:49
Liegt das vielleicht daran, dass die in der Kindheit zu viel in die Judo-Halle mitmusten, während du da trainiert oder gekämpft hast, und sie danach auf der Bank sitzen mussten und sich gelangweilt haben?
Lars Lange
00:24:00
Weiß ich nicht. Ach, manchmal sagen sie schon noch, freiwillig Können wir wieder mal mit ins Studio mitkommen und ein bisschen zugucken. Manchmal toben sie dann auf der Matte zwischen den Trainingseinheiten. Also, ein bisschen Verbindung ist schon noch da, aber zu einer großen Judo-Kalliere hat es noch nicht gereicht. Vielleicht sieht man sich ja zweimal im Leben auf der Matte, weiß man nicht.
Oliver
00:24:22
Ja, also ist ja auch nie zu spät, du bist ja das beste Beispiel wieder als Rückkehrer. Ja genau, ich bin ja typischer Breitensportler. Vielleicht bin ich jetzt nicht unbedingt das Vorbild, weil ich so viele Disziplinen wie ihr da hab, 15 Jahre durchzuhalten und da immer noch so motiviert zu sein. Da hab ich dann auch immer meine Up and Down. Werdir Olaf, du bist auch Kinder.
Olaf Lange
00:24:44
Ich hab auch zwei Kinder, zwei Jungs. Bei mir war das eben da drin begründet. Beide haben leider auch nicht den Weg zum Judelsport gefunden, Und ich hab dann eben auch gesagt ey, druck nicht, sondern es lag eher daran. Mein ältester Sohn ist in Erfurt eingeschult worden, als ich da eben eben ja viel ich hatte es ja von erwähnt eben gerade auch in den neuen Bundesländern unterwegs war, und da hatten in dieser Klasse leider nicht so viele Leute die Judo-Macht, die meisten haben Fußball gespielt. Und so hatten wir dann eben damals entschieden ja, sozialisierung ist wichtig, er soll schnell viele Freunde finden, und dann haben wir ihn ja beide ein bisschen widersträben dann eben auch beim Fußball angemeldet. Weil wir eben die Vorteile gesehen haben, ist es wichtig, soziale Kontakte sind wichtiger als der Sport Und uns da durchzusetzen. Und deswegen, wenn der Älteste mit Fußball anfängt, dann kannst du dir vorstellen, oliver der Jüngere möchte dann genau das machen, was das war ja bei uns auch so was der ältere Bruder macht.
Lars Lange
00:25:45
Nur Carsten ist unsere Rettung, mit seinen beiden Söhnen.
Oliver
00:25:51
Ja, zu dir mal, carsten.
Karsten Lange
00:25:52
Also, da hab ich vielleicht auch einfach Glück gehabt. Ich sag mal so, ich mach also nicht nur Judo, also ich bin auch begeisterter Windsurfer und Wintersportler, also hauptsächlich Snowboarder, und ich hab's, das hab ich tatsächlich geschafft. Einige schafft man ja nicht immer als Elternteil, aber ich hab tatsächlich die Lust am Sport, denke, ich, hab ich meinen beiden Jungs vermitteln können, und interessanterweise ist es jetzt wirklich so, das ist besonders der Ältere jetzt. Gerade der hat sich sogar im Moment für den Weg entschieden. Der ist nach Hannover gegangen und ist dort am Bundesstützpunkt Und trainiere jetzt hier mal die Woche. Nebenbei macht er noch ein bisschen Studium. Also er wird das strecken, aber er hofft, ihm irgendwann nochmal den Adler zu kriegen. Wir werden sehen, wo es hinläuft, aber er ist im Moment schon erfolgreich dabei. Es ist gerade in den letzten Jahren das deutsche Hochschulemeister geworden, hat denisch oben geworden bei den Männern. Ja, machen wir mal gucken. Er wird jetzt 22, also er hat auch noch ein bisschen Zeit, bis er den Zinit sagen will, um 30 ist er ja erreicht. Aber ja, mal schauen, was es wird. Da hab ich einfach, ich denke, auch ein bisschen Glück gehabt. Die machen alles gerne, windsurfen, können auch alles sehr gut. Skifahren, snowboarding, sind halt.
Oliver
00:27:09
Also mit 30, da muss ich dir widersprechen, das ist nicht der Zinit. Also, es gibt noch, wie ich gelernt habe, eine Judokarriere jenseits der 30.
Karsten Lange
00:27:18
Ja, ich sag jetzt für den sozusagen Hauptoffiziellen Hochleistungssport Sagen wir's so Newcomer kann man ihn verfolgen?
Oliver
00:27:26
Hat der auch den? also ist das noch ein Lange, den man im Leben halten kann.
Karsten Lange
00:27:30
Nein, ich hab eine NOAAG geheiratet. und da haben wir dann gesagt Olaf hatte ja schon sozusagen ein Langesohn in die Welt gesetzt. Und dann hab ich gesagt okay, da kämpfe ich jetzt nicht um den Nachnamen, die beiden heißen halt Gerrit und Pete. NOAAG Und ja.
Oliver
00:27:48
Okay wird die Augen offenheiten ohne offenheiten und die Karriere verfolgen. Cool, wie ist das, wenn ihr so früh angefangen habt und bis heute noch Judo macht? Da ist ja auch immer noch so ein bisschen kompetatives Mindset da. Also Olaf, du bist ja noch auf internationalen Wettkämpfen, bei der veteranen Weltmeisterschaft und Europameisterschaft unterwegs. Gibt's dann so bei euch so innerhalb der Familie so eine Rangliste, wer der stärkste ist oder wie viel Submissions keine Ahnung ihr da untereinander hattet, gegeneinander? Also?
Olaf Lange
00:28:20
wir haben jetzt Lars hat das eine Beispiel meiner Jugend, wo wir durchaus einmal irgendwo gegeneinander antreten durften sollten. Aber Lars sagt immer, der Klügere gibt nach, wo er dann vorhin mir schon sagt ey, olaf wirft mich, und wo ich ihn denn auch geworfen habe, sonst, sag ich mal, haben wir eigentlich nicht das Ziel. Lars weiß, kennt mich, glaube ich, eben über die Jahrzehnte innen und auswendig, ich kenne ihn, glaube ich, auch ganz gut und so, dass wir eben bei 30 Wettkämpfen noch nie gegeneinander angetreten sind, und dass wir da eigentlich immer auch, glaube ich, bewusst oder unbewusst aus einer kleinen Bogen rummachen, dass wir uns da nicht irgendwo auf einer deutschen Meisterschaft oder auf einer anderen Meisterschaft da irgendwo betteln und da gegeneinander angehen, sondern, das ist Respekt und Wertschätzung des Bruders, dass wir das bisher da eben Hörenalter nicht mehr gemacht haben.
Oliver
00:29:13
Okay, was ist die Spezialtechnik von Lars?
Olaf Lange
00:29:17
Es ist mit den Küchen leider sehr, sehr stark, also mit allen Aschivasa-Techniken, auch nur in Harajuku die Aschisasei, da ist er wirklich sehr, sehr gut Und leider auch auf meiner schwachen Seite.
Oliver
00:29:32
Wo hat Olaf seine Achilles-Fersen gelassen?
Lars Lange
00:29:34
Deine Achilles-Fersen hat er ja schon ein bisschen beschrieben Manchmal. Also, olaf ist sehr ehrgeizig, und wenn man sehr ehrgeizig ist, dann überdreht man manchmal auch, und das kann man ausnutzen. Aber wenn er eben nicht überdreht, ist er einfach sehr stark, schon vom Griff her und von der Energie gewinnen zu wollen. Da ist, glaube ich, würde ich sagen, olaf der mental stärkste von uns dreien. Dem ist es wirklich wichtig zu gewinnen, und das ist natürlich im Judesport eine gute Qualität, also so ein Mindset zu haben. Heute bin ich der größte auf der Matte, und das braucht man, glaube ich, um erfolgreich zu sein. Und da habe ich, würde ich sagen, 10, 15 Prozent weniger. Und das flammt dann auf, wenn Olaf und ich manchmal Randeris machen. Manchmal wundern sich dann die benachbarten Mitsportler, die auf der Matte sind, wenn plötzlich Olaf und Lars sich so richtig nochmal engagieren. Das kann mal vorkommen, in aber auch das ebt natürlich ein bisschen im Alter ab. Klar, mit irgendwie 30 war das anders als heutzutage mit fast 60.
Oliver
00:30:43
Müsst du da noch mitkasten?
Karsten Lange
00:30:45
Also gegen meine Brüder muss ich einfach sagen, da liegen ja knapp 20 Kilo mehr. Das wird dann eher für einen gesundheitlich gefährdet und so. Ich habe auch noch so im Kopf immer noch mal, dass Olaf bremst mich dann manchmal auch und sagt Karsten, denk an dich. Ja, ich hatte eben halt. Leider ist eben manchmal so, von den Gehen her. Ich habe mit 50 ein Herzempfad gehabt, bin also gerade noch dran vorbeigeschrammt, da waren die Kinder 8 und 10. Das wäre ziemlich blöde gewesen, wenn man abgetreten wäre. Aber seitdem habe ich dann eben auch gesagt Olaf versucht, mich immer noch mal zu aktivieren für Ü30. Aber ich sage ihm auch, ich weiß nicht, was dann passiert. Und sicherlich ist man so, wenn man dann auf dem Wettkampf geht, denke ich, dann will ich auch gewinnen, und ob das denn so gut ist. Da habe ich jetzt doch für mich gesagt, im Training Okay, da bin ich, habe ich auch mal eine ehrgeizigen Momente manchmal noch, wo, wie gesagt, wo Olaf manchmal sagt Karsten macht es nicht zu doll, aber im richtigen offiziellen Wettkampf lieber nicht. Das habe ich dann gestrichen, auch für mich, da bin ich als Fotograf, dann fahre ich als Fotograf mit, und ja, Wenn man so will, haben wir uns da ganz gut aufgeteilt.
Lars Lange
00:31:52
Karsten betrachtet das Judo-Leben durch die Fotolinse und ist da irgendwie, hat da seine Stärken entwickelt. Ich bin seit den 90er Jahren im Trainingsbereich und eben auch durch die Psychologie, wo ich eben Angestellter bin oder ja, leite eine Personalentwicklung, also guckt, dass eben Menschen gut miteinander klar kommen, dass es so mein Stecken fährt, dass sich die Judo-Athleten so vorbereitet, dass sie eben auch gewinnen können. Und Olaf ist der Judo-Kämpfer selber, der eben stark ist und auch da eben sehr erfolgreich unterwegs ist. Und ich bin auch jetzt in zwei, drei Jahre sehr verletzt gewesen, hatte drei Knieoperationen, und es war mir eigentlich immer eine Freude, wenn ich dann meinen eigenen Bruder ein bisschen kokschen konnte, und von daher teilen wir uns da unterschiedliche Qualitäten, und das kommt ganz gut hin, und wir bekommen uns nicht, sondern ergänzen uns da dem Teil.
Karsten Lange
00:32:46
Ja gut, und Olaf hat ja natürlich jetzt auch viel Orgasachen übernommen, dass er eben so ärgerlich, wie er halt im Kämpfwoch ist, dass er gesagt hat, er holt eine deutsche Ü-30-Massenschaft nach Hamburg. Das hat er dann letztes Jahr gemacht. Jetzt will er ja den nächsten Schritt gehen. Olaf aber kannst du auch selber erzählen. Ja, insofern ist er da auch in dem Bereich super engagiert.
Olaf Lange
00:33:07
Kommt sicherlich eben durch der Studium, dass sie gerade mit Zahlen also das kann man jetzt sicherlich sagen. Lars und ich waren ja beide eben auch mal Vereinsvorsitzende, als die Jüdische Mannschaft Sachsen noch ein selbstständiger Verein waren. Wir waren ein großer Budo-Verein, in der Hochzeit damals mit den Spatenjudo, karate, juju zu und einer kleinen Gymnastik-Abteilung so knapp 600 Mitgliedaten. Also, das war schon kein ganz kleiner Verein. Wir waren auch profitabel. Und dann sind wir eben nachher als funktionärer Hamburger gesagt wir gehen den nächsten Schritt und fusionieren mit einem der größten Vereine in Hamburg, der TSG Bergdorf, zusammen und stellen da jetzt die Budo-Anteilung da. Und da hatte Lars die ersten Schritte initiiert als Vereinsvorsitzender, und ich habe dann eben nachher im Detail den Fusionsvertrag aufgesetzt und eben sichergestellt, dass unsere Budo-Sportler bei der TSG Bergdorf eben einen richtigen Stellenwert bekommen.
Oliver
00:34:08
Jetzt hast du gesagt fusioniert. Das heißt, hat irgendwas gelesen mit über 10.000 Mitgliedern Die TSG.
Olaf Lange
00:34:14
Bergdorf hat auch jetzt sag ich mal, nach Corona knapp 11.000 Mitglieder. Das ist so der aktuelle Stand. Es wäre echt ein Großverein, und wenn man eben auch über Mitgliederakfise und all so was spricht, ist es dann klar schön, direkt erstmal im Verein die Kinder, die Jugendlichen und auch die Eltern anzusprechen. Also da hat man teilweise, man muss ja gar nicht so weit in die Ferne laufen, man hat einen großen Pool, auf dem man gezielt zugehen kann für die Kundinmitgliederakfise.
Lars Lange
00:34:46
Und man kann ja vielleicht oder ich möchte gerne ergänzen jetzt könnte man sagen, so ein Riesenverein wie die TSG Bergdorf mit über 10.000 Mitgliedern, die nimmt so ein Budo-Verein mit ein paar Hundert Mitgliedern so einfach mal auf der Überholspur mit Dem war bei Weitem nicht so, auch dank Olaf Wir haben es ein bisschen jetzt vielleicht schon hier im Podcast gehört der kann verhandeln, und wir haben immer noch unser eigenes JGS-Emblem. Wir heißen immer noch so, wie wir heißen, nämlich JGS, also Judo-Gematschaft Sachsenwald in der TSG Bergdorf. Also, es war, glaube ich, keine leichten Verhandlungen für den großen Sportverein, der plötzlich auf einen Judo-Vereintraf, der ganz konkrete Vorstellungen hatte, wie der Neubau des Dujus auszusehen hat und wie die Vereinsmitglieder auch supportet werden vom großen Verein. Also dass wirklich eine Win-Win-Situation entsteht und nicht der große schluckt den kleinen und der kleine verkümmert dann irgendwie. Das ist, glaube ich, olaf sehr gut gelungen. Das ist jetzt mittlerweile auch schon über 20 Jahre her. Aber wir alle, der ganze Verein, also die TSG, aber auch die JGS, alle profitieren davon, und das ist auch so eine Base, sage ich mal, dass Judesportler bei uns eben auch wirklich leistungsorientiert Judo machen können, und das ist ganz wichtig.
Oliver
00:36:11
Groß ist der Anteil im Verein von Judo-Gas bei 10.000. Wie viel Judo-Gas gibt es da?
Karsten Lange
00:36:16
Also, wir sollen immer. Ich kann es manchmal selber auch nicht glauben, aber wir sollen eine der personallstärksten Abteilungen seiner TSG tatsächlich. Also insofern haben wir doch ein gewichtiges Wort auch mitzureden bei Mitgliederabstimmung oder so. Also, wir stehen da wirklich gut, da sozusagen.
Lars Lange
00:36:32
Wie viel sind's denn Olaf? weißt du das?
Olaf Lange
00:36:35
Ja, die aktuelle Zahl. Also jetzt sind wir um gut 430 Mitglieder Nur im Judo und ungefähr 100 Mitglieder im Judo. Also wir sind nicht ganz klein.
Oliver
00:36:46
Also, wenn das der größte Anteil ist, wie viele Sportarten habt ihr? wenn das, zerstreut sich dann extrem.
Olaf Lange
00:36:51
Das sind über 30. Also eine TSG ist dann klar, auch da werden viele große angeboten. Also wir haben mehrere Fitnessstudios etc, und wo man dann eben auch mein wegen Proaktives Handeln Sturz, profilaxe für Senioren, da gibt es bestimmte Workouts etc. Die sind aber nicht Vereins gebunden, sondern da sind die großen Spaten bei der TSG Sind sicherlich Basketball, ganz klar, das ist aber cheerleading, ist in letzter Zeit viel gekommen. Fußball hat auch einige Mitglieder. Aber wir sind eben das wird immer gesagt wir sind die größte Spate innerhalb der TSG Bergerdorf. Deswegen haben wir auch einen gewissen Stellenwert, allein aufgrund der Mitgliederstruktur.
Oliver
00:37:39
Seid ihr dann nur im Judo oder auch im Gesamtverein? dann in einer Funktionärsfunktion?
Olaf Lange
00:37:45
Das war nur am Anfang. Also, man kann sie in der Klaväe lassen. Im Fusionsvertrag war ein Paragraf, dass direkt nach der Fusion habe ich dann mehrere Jahre noch im Beirat mit gearbeitet, und auch unsere Ehrenvorsitzende hat im Beirat mit gearbeitet Das hat mir bewusst reingeschrieben, damit wir eben wirklich das Tagesaktuelle Geschehen mitbekommen und eben auf die Funktionsweise kennenlernen, weil Großverein tickt schon etwas anders als eben ein reiner Budoverein, wie wir es waren mit der Judo-Gemannschaft Sachsenwald.
Oliver
00:38:17
Habt ihr euer eigenen Duju.
Lars Lange
00:38:20
Ja, also, es ist im großen Gebäude der TSG Bergerdorf. Das ist ein Sportforum, wo Tennisplätze sind, wo Squashplätze sind, und da ist eben auch wirklich ein eigenes Duju, was groß genug ist, dass 20 bis 30 erwachsene Personen da trainieren können, und auf Schwingenboden ausgelegt, da kann man wirklich gut für die Breite oder für die Leistung Judo trainieren.
Oliver
00:38:47
Das ist ja traumhaft. Ich habe hier in der Schweiz auch kennengelernt. Also jeder Verein, wo ich schon trainieren war, die haben alle ihren eigenen Duju und ein super Schwingeboden, also sehr angediemen dazu fallen, anders als in Berlin, da sind die ganzen Vereine in den Tonen heilen, und da hast du mal einen Aufbau, dann hast du einen harten Heilenboden. Also das Warmmachen ist quasi schon sehr schmerzhaft mit der Fallschule, und am Ende wieder abbauen, das gehört dann halt dazu, ist dann aber nicht immer so angenehm, wenn du dann so Wurfrandori machst oder was Absolut.
Lars Lange
00:39:20
Und als kleiner Anekdot dazu wir drei sind auch groß geworden in einem auch noch kleineren Duju. Das hatte nicht mal einen Turnheilenschwingboden, dass. wir haben eigentlich auf Estrich trainiert, also da gab es den Estrich, dann gab es einen PVC-Boden, und dann wurden die Matten drauf gelegt. Und ich sage mal so, die ersten 20 Jahre ich kann das gar nicht so überschauen haben wir in diesem Duju trainiert und haben uns wie Bolle gefreut, als wir plötzlich vielleicht den angenehmsten Schwingboden in ganz Hamburg jetzt da liegen haben. Das war eben auch so ein Ergebnis der Verhandlungen, dass wir genau wussten, das ist keine Basis, um wirklich lange Judo zu machen. Du brauchst einfach auch dann ein gutes Duju, einen guten Boden, damit du Spaß hast, auch noch mit 60 und mit 70 Judo zu machen. Und das ist ja unser Ziel, oder zumindest mein Ziel als Trainer der Seniorengruppe, dass ich mit 70 und 75 auch immer noch eben was weiß ich 20 Mitstreiter habe, die ähnlich alt sind.
Oliver
00:40:23
Ja, trainiert ja auch das Hamburger Judo Team dort, oder ist das ein Leistungszentrum?
Olaf Lange
00:40:29
Also, wir haben das bewusst so gemacht, dass wir das Hamburger, nicht das Hamburger Judo Team. aber das Ü30-Training in Hamburg findet bei uns in der JGS im TSG-Sportforum statt, und das ist ja eben jeden ersten Freitag im Monat, und da sind ja klar alle, nicht nur aus Hamburg, sondern auch aus angrenzenden Landesverbänden, jederzeit herzlich zu eingeladen, da mit vorbeizukommen und mit zu trainieren.
Lars Lange
00:40:58
Genau, aber das Judo Team das war die Frage trainiert bei uns im Landesleistungszentrum, und das ist ja in Wandsbek, also Alter Teichbeek, in mehr im Zentrum, nicht direkt im Zentrum, aber mehr im Zentrum als wir Bergedorfer. Wir sind so südöstlich am Rande der Landesgrenze.
Oliver
00:41:20
Die Fussionierung habe ich gesehen, die war auch vor 60 Jahren. Die haben auch Jubiläum gefeiert. Habt ihr mit denen jetzt zusammen euer Jubiläum auch gefeiert, oder kommt eure Jubiläumsfeier noch? 150 Jahre Judo-Erfahrung.
Karsten Lange
00:41:34
Also, wir haben jetzt privat haben wir jetzt eben eine kleine Feier gemacht, wo tatsächlich ich sage mal alte Hauding, mit dem man sich früher gebeut hat, so in Hamburg und auf norddeutscher Ebene, die haben wir halt versucht, auch einzuladen, und sind auch tatsächlich viele gekommen und von der Seite. Also wir haben da eine sehr positive Rückmeldung gehabt von allen Leuten, weil viele einfach glücklich waren, doch mal wieder Leute zu sehen, die man sonst gar nicht mehr sieht. Also, es gibt ein paar, die kommen tatsächlich regelmäßig zu den Heimkämpfen vom Hamburger Judo Team dann nach Wandsbek, wenn dort die Kämpfe sind, aber das machen längst nicht alle, und insofern war das also mal so eine gelungene Ergänzung. Wir haben halt eine Stunde zusammen trainiert, oder danach haben wir drei halt noch ein bisschen was ausgegeben.
Oliver
00:42:19
Gibt es ja noch bekannte Größen, bekannte Namen, wenn ihr da so auch die alte Judo-Garde eingeladen habt.
Karsten Lange
00:42:25
Ja, also unter anderem war Thomas Ginolda, da jetzt ja der DJB-Präsident ist, dann ich weiß nicht, ob man Thomas Kord ist, der war mal Nationalkader und deutscher Vizeprogrammter bei den Junion Michael Meier, dreifacher Bonster-Gewinner auf Deutsch Meisterschaften. Also es waren schon ein paar auch da, die in der deutschen Spitze mitgemischt haben.
Lars Lange
00:42:46
Genau. Aber alle haben wir nicht aufgrund irgendwelcher Funktionen eingeladen, sondern weil wir irgendwie mit denen zusammen Judo gemacht haben und oder irgendwie genau uns sich die Wege kreuzten immer wieder in den Turnhallen, doch in der Regel in Hamburg und Umgebung. Als wir eben groß geworden sind, sind wir praktisch in unserem Landesverband groß geworden. Wir haben jetzt nicht die Weiten Reisen gemacht. Das ist heute ganz anders. Wir haben heute irgendwie 14-Jährige, 15-jährige, die sind dann in Deutschland weit schon unterwegs. Das war früher, war das schon was Dolles, wenn man mal irgendwie einen Länderkampf hatte. Bremen, hamburg und Niedersachsen, das war schon eine besondere Aktion. Das hat sich schon ganz anders hin entwickelt. Also, wir sind so in unserer Hamburger Szene, sag ich mal, groß geworden. Aber eigentlich die Größen aus Hamburg, die mit uns eben auch groß geworden sind oder auf die wir geguckt haben, die haben wir eingeladen, und die sind alle auch dem Ruf gefolgt. Das war richtig schön. Wir hatten da so ungefähr 50, 60 Gäste und was weiß ich eben vom Tomaschinole, den man ja nun kennt, bis hin zu eben 4, 5 Rotweißgurte, die mit auf der Matte waren. Borch hat, ehemaliger Sportdirektor des Deutschen Judenbundes, war da, und ein paar andere Figuren, die man vielleicht, wenn man ein bisschen Hamburg Judo guckt, die man gut kennt. Hans Werner Friede, DLB Vizepräsident, war da Ja, also es war richtig eine lustre Runde.
Oliver
00:44:21
Aber richtig wahrscheinlich, ihr seid von Hamburg aufgewachsen.
Olaf Lange
00:44:23
Ich bin schon umgezogen. Ich habe gesagt, sechsmal. Das heißt, ich habe voran, das gelebt, gerade in Leipzig. Also ich habe gelernt, mit Kohlekeller und Braunkohle zu heizen, und das war damals eben da die Arbeit. Eis-creme Ich habe ja Langnese-Eis und Ben Jerry's Eis mit Vertrieben für Unilever, und da war eben sozusagen die Verbreitung von Langnese und Ben Jerry's Eis überall, und das ja. Deswegen bin ich schon umgezogen, wie ich gesagt habe. Mein ältester Sohn ist in Leipzig eingeschult worden, war in den Airfurt eingeschult worden. Mein jüngster Sohn ist in Airfurt geboren, ist eine sogenannte Airfutter Puffbohne. Also, ich war, bin aber immer wieder nicht nur nach Hamburg zurückgekehrt, sondern immer wieder auch nach Bergenow zurückgekehrt. Also das war dann eben schon. Was Besonderes Bin ich in einem anderen Stadtteil, weil das war dann eben schon immer diese Vereinsbindung, auch wenn ich für unterschiedliche Vereine gestartet bin. Mein Heimatverein und mein Ampfrecht oder mein Einzelstaatrecht habe ich immer für die JGS ausgeübt.
Oliver
00:45:34
Das heißt, ihr habt dann schon die 50 Jahre die Hamburger Judusszene mitbekommen, aber auch mitgestaltet. Das kann man genauso sagen, ja, Kann man so sagen ja, und wie ist das? Ist das eine richtige Zeitzeugung für die Hamburger Judusszene? Habt ihr schon? ihr habt gerade schon bekannte Größen aufgezählt. Was hat sich so in den letzten 50 Jahren verändert, also vielleicht auch in einer Hamburger Judusszene, oder vielleicht auch, was ihr wahrgenommen habt von Judo-Deutschland?
Lars Lange
00:46:03
Also für Hamburg kann ich mal anfangen, was aufgefallen oder was ich doll verändert hat. Tatsächlich gab es früher, als wir anfingen, als Judo boomte, ungefähr 70, 75 verschiedene Judo-Vereine in Hamburg allein allein in Hamburg, und heute sind das um die 55, 60, aber die Kooperation zwischen den Vereinen ist viel größer und viel stärker geworden. Man hat jahrzehntelang gelernt, dass, wenn man gut werden will, man eben nicht nur in seinem eigenen Söbchen braten sollte, sondern miteinander den Sport ausüben sollte. Das hat lange gedauert, und es gibt natürlich auch immer noch Vereine, die eher so ihren eigenen Weg gehen. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn sie sich zu entscheiden. Aber grundsätzlich ist es schon richtig, dass in einem Stadtstaat wie Hamburg die Wege kurz sind und die Sportler eben auch zusammenfinden müssen, und wenn man eben ungefähr 60 Judo-Vereine hat, dann ist es sicherlich eine richtig wichtige Veränderung, dass diese Sportler eben zusammenkommen. Das ist deutlich auffällig. Das war früher nicht so.
Karsten Lange
00:47:16
Ja, da war das sehr auf freiwilliger Basis, das man gesagt hat, mal wir fahren damals zum Training oder damals zum Training, aber ganz am Anfang so ein richtiges Gader-Landestraining. Also ich habe es nicht mitgemacht, also gab es so nicht, wenn man sich tatsächlich als damals erfolgreichster Verein war Théa Melvig auch mit Wort vorm Kopf als Trainer, der mal Olympian 72 den 5. Platz geholt hat, da ist man dann hingegangen, um sich sozusagen weiter vorzubilden, um besser zu werden. Aber ich glaube, ballas, bei dir war es dann schon nachher anders. Da gab es nachher auch ein Hamburger Landeskader, aber das wuchs halt so langsam, und das ist jetzt eigentlich die größte Veränderung, der jetzt Florian Hahn als Sportdirektor und jetzt mit Dario Copiwalt Garcia als Trainer, dass sie das sehr versuchen zu fördern, dass die Vereine auch irgendwie ohne Angst haben sozusagen, dass sie vielleicht ihre Athleten verlieren. Das ist ja meistens bei vielen Trainers so. Der wird dann abgeworben oder sonst was. Nein, es geht halt darum, wirklich den Landesverband zu stärken nach außen, und das heißt, die guten Leute zusammen zu trainieren zu lassen, damit sie untereinander besser werden. Und der Hamburger Stützpunkt wiederum, der gibt dann eben irgendwann an die 4A-Stützpunkte in Deutschland ab. Ja, weil das ist halt so die reinen Folge, wenn man Erfolg generieren will, also eine hohe Leistungsstandard erreichen möchte, muss man das leider so machen. Also, anders geht es nicht. Paris oder die Franzosen machen es ja noch viel zentralisierter. Da müssen alle guten Leute nach Paris, sonst haben sie gar keine Chance.
Oliver
00:48:59
Olaf, wie hast du das wahrgenommen? Du bist ja auch mehrmals umgezogen. hast du gesagt, was auch außerhalb von Hamburg? hast auch da die Judesszene kennengelernt? Wie war deine Wahrnehmung über die Hamburger Judesszene oder was außerhalb von Hamburg passiert ist?
Olaf Lange
00:49:12
Ja, also, man hat schon gemerkt, dass wirklich die neuen Bundesländer in vielen Sachen beim Judeschohnschritt weiter waren. Das muss man einfach sagen. Ich glaube, die Judewa auch mit, der einzige Sportart, wo direkt nach der Wende wir Nationaltrainer aus den neuen Bundesländern hatten, werden fast überall sonst nur westdeutsche Trainer agierten. Da hat man, sag ich mal, dieser Tatsache Rechnung gezahlt, dass man sagt, wir nehmen Trainer aus den neuen Bundesländern. Man muss sagen, das war schon eine Erfahrung, wie dort trainiert wurde und unter anderem auch mit den Räumlichkeiten. Also, den Schwingboden in Leipzig werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Den gibt es zwar so jetzt nicht mehr, aber das war ein Schwingboden, wenn du da richtig geworfen wohnst, das Stand ist so fast wieder, Das war schon einmalig. Und sonst, wenn man nochmal auf nationaler Ebene das haben wir nun viel mitgemacht sehr, sehr viele Änderungen der Kampfregeln, und aus meiner Sicht oder aus unserer Sicht nicht immer auch nur zum Vorteil. Also, es sind eben klar immer bestimmte Wellen, aber es sind auch häufig Extreme, dass man von einem Extrem ins andere verfällt und wo man sich dann manchmal auch als Wettkämpfer fragt oder auch als Funktionär ey, gibt es da nicht einen Mittelweg? ja, ist jede Bein-Tenne oder unterhalb des Judegottels anzufassen, tatsächlich bestrafen zu werden?
Oliver
00:50:39
Ja, jetzt habt ihr, ihr habt ja noch ein Judo gelernt. das ist ja ein ganz anderes Judo, als was ihr heute als Trainer lehrt. Würdet ihr heute den Kids oder den Jugendlichen, die ihr auf der Mathe trainiert, eher so trainieren, wie früher trainiert wurde? Habt ihr da eine bessere Wirkung, oder findet ihr das besser, was früher gemacht wurde? Oder sagt ihr, was heute unterrichtet wird und das Judo, was heute praktiziert wird, ist besser geworden und viel ansehentlicher geworden?
Lars Lange
00:51:16
Olaf, du kannst ja, und Olaf trainiert ja Kinder. ich trainiere keine Kinder, ich trainiere ja nur Erwachsene.
Olaf Lange
00:51:21
Vielleicht kannst du ja mal anfangen, Ja also, ich glaube, die gesamte Sportmedizinische Entwicklung ist ja eine ganz andere. Also so wie wir damals trainiert wurden, auch als Kinder, da würden oder da schlagen heutzutage Sportmedizin auch teilweise die Hände beim Kopf zusammen, was wir machen mussten, wo man dann sagt, das geht auf den Brückenschäckern, dies ist nicht möglich. Da hat sich, glaube ich, enorm was verändert. Deswegen würde ich schon sagen, es gab eine enorme Entwicklung, und auch Technikvermögen sind ja auch ganz viele neue Techniken dazugekommen. Also Judo ist ja ein Sport, der lebt, und eben nicht nur aus Osteuropa, sondern ist sowohl im Stand wie auch im Boden sind viele Techniken hinzugekommen, die eben nicht mit der klassischen Gokiu oder sonst irgendwas dazu tun haben, und deswegen finde ich Judo schon sehr interessant, und logischerweise, wenn man Judo vermittelt, dann muss man den man entsprechend auch damit gehen. Also, es gibt ja klar ein paar Einzelheiten, die man eben früher auch mit aufgenommen hat, aber Judo entwickelt sich, und deswegen muss ich auch das Judo Training entwickeln. Also das Training noch so zu geben wie vor 20, 30 Jahren, das wäre sicherlich in meinen Augen falsch.
Lars Lange
00:52:31
Ja, kann ich ja gleich mal anschließen. Ich sehe es genauso. Also, wenn wir jetzt aus den Jahrzehnten, die es in Deutschland Judo gibt, nicht gelernt hätten, und würden jetzt immer noch Judo Training wie 1960 machen oder 1970 oder 1980, dann wäre das sicherlich, dann wäre man ja ewig gestrich und mein Herr schon nichts gelernt. Also, man muss natürlich außer Entwicklung lernen, und das ist auch gut so. Was ich schade finde, und was ich zum Beispiel im Erwachsenen Training nicht mache, sind Judo-Techniken, die eigentlich keine Judo-Techniken sind, also keine sanften Wechtechniken sind. Die zeige ich nicht. Also ich, das kann den Hochleistungssportlern vorbehalten bleiben. Aber dass ich irgendwelche Tricks dann zeige, die eigentlich wieder der Gesundheit des Partners gehen, aber im Wettkampf ja kein Kampfrichter sieht, das sollen andere Trainer lernen. Ich möchte gerne wirklich versuchen, so diese Judo-Prinzipien mit möglichst wenig Aufwand richtig schön Ippon hinkriegen. Das ist mein Ziel. Also, wie funktioniert die Technik wirklich, und wie kann ich eben zum gegenseitigen Wohlergehen die Leute auf der Judo-Matte bewegen? Also, ich orientiere mich da an diesen beiden Prinzipien, und dann gibt es eine ganze Welt, die man aufblättern kann, finde ich, da ist man nie zu Ende, die Entwicklung, das heutzutage auch im Hochleistungssport eigentlich immer mehr der Athlet vor dem Judo-Car gewinnt. Also, ich brech den mehr oder weniger kraftmäßig um, der fällt auf den Rücken, und ich kriege dafür Ippon. Früher ist dafür Koka gegeben. Das ist eine Entwicklung, die glaube ich nicht eine richtige ist, aber die ist weltweit so. Ich würde mir wünschen, dass Judo für Lein leichter nachvollziehbar ist, und wenn jemand einen eben doll wirft auf die Matte, aber der Wurf wird nicht gegeben oder wird sogar bestraft, weil er das Bein angefasst hat, das macht für mich gar keinen Sinn, weil das Prinzip, mit wenig Aufwand jemandem doll zu werfen und ihn dann auch sauber abzulegen, das ist ja völlig unbenommen, ob man da einen Bein anfasst oder nicht. Und das ist ein bisschen. Es gibt so viele Regeln, die und wieder mit Ausnahmen belegt sind, dass ein Leih eigentlich immer weniger Chance hat, judo zu verstehen, und das kommt aber immer unter dem Deckmantel. Wir wollen Judo attraktiver und fernsehtauglicher machen. Ich glaube genau, dass es nicht passiert, und da wird sicherlich auch mal eine Pendelbewegung wieder in die andere Richtung geben.
Oliver
00:55:13
Du hast die Webseite laslangede in Bezahlte Werbung.
Lars Lange
00:55:22
Die bin ich auch nicht so richtig, da bin ich nicht so richtig aktiv dran, muss ich sagen. Aber vielen Dank für die unbezahlte Werbung Aber ich habe, was Cooles gesehen.
Oliver
00:55:30
Du hast das Irrionsystem der Würfe, der Judo-Würfe. Hast du das erfunden, Lisses?
Lars Lange
00:55:37
Ja, tatsächlich habe ich. Man macht sich so Gedanken, wie kann man eben komplexe Dinge leichter hinkriegen? Und Judo-Systematiken gibt es ja eine ganze Menge, Und ich habe mir gedacht, eigentlich müsste es darum gehen, ähnliche Judo-Würfe zu gruppieren und diese Judo-Würfe, die ähnlich sind, vielleicht nach dem Grad der Schwierigkeit der Ausführung oder der Komplexität des Tunes zu unterscheiden. Also die Idee ist, wer ein Okigoshi werfen kann, kann auch ein Ogoshi werfen. Wer ein Ogoshi werfen kann, kann auch ein Zurigoshi werfen. Und so kann man sich praktisch langsam aufgrund von verschiedenen Prinzipien einer Wurf-Familie mehr oder weniger sich immer schwierigeren Techniken annehmen. Und so hat dieses Periodensystem ähnlich wie das Periodensystem der Elemente gibt es eben in neuen Gruppen bei dem Judo-Würfen neuen Gruppen, die eben unterschiedliche Prinzipien verfolgen. Aber je schwerer und komplexer die Ausführung ist, desto weiter unten steht sie in diesem Periodensystem. Wie die schwierigen oder die schweren Elemente im Periodensystem unten stehen, so stehen eben auch die komplexeren Würfe unten im Periodensystem. Und so hatte ich als Struktur für einen Trainer. Der kann relativ schnell sagen Mensch, wir wollen mal leicht mit bestimmten Formen von Würfen anfangen, dann orientiert er sich oben im Periodensystem. Oder wenn es schon ein bisschen komplexer werden soll, dann kann er ein bisschen tiefer abtauchen.
Oliver
00:57:19
Ist das Pflichtlektüre für Darnanwärter bei euch in Hamburg.
Lars Lange
00:57:22
Nein, pflichtlektüre nicht, aber ich habe schon die Rückmeldung bekommen. Also die Leute, die bei mir Darn machen, die stolpern dann auf der Website häufig auch darüber und sagen hey, lars, kannst du mir das noch mal zeigen oder noch mal dazu was sagen, die sind schon eigentlich durchweg, ich kann schon sagen, begeistert, die finden das gut, die können damit was anfangen. Wie ist es dir dann ergangen, als du darauf geguckt hast?
Oliver
00:57:45
Ja, ich fand, es war mal eine neue Perspektive. Neue Sicht. Sonst gibt man ja immer die Lehrbücher und die Skripte, die vom Verein ausgegeben werden, weil die Vereine prüfen. Ja, bis zu einem gewissen Klograd prüfen ja die Vereine, und dann haben sie teilweise noch zusätzliche Vorgaben als das, was das eigentliche Prüfungsregel mor hergibt, und prüfen dann auch Theorie ab. Also da gibt es da verschiedenste Schwerpunkte. Die Trainer entscheiden ja immer, was für sie wichtig ist oder was sie denken, was sie den Schüler mitgeben wollen, ihr Prüflingen. Nee, ich fand es super. Also, ich werbe das sicherlich, wenn ich irgendwann mal Darn mache. Also, es ist nicht nur für Darn, man kann ja auch für andere Klograde, das kann man ja auch sich anschauen. Also werde ich mir auf jeden Fall auch noch mehr anschauen, wenn ich mich auf die nächste Prüfung vorbereite.
Lars Lange
00:58:30
Ja, aber genau darum geht es letztlich auch, dass ich eben unabhängig von Prüfungen so ein System für mich entwickelt habe, weil die Prüfungen, die ändern sich alle naaslang. Wir haben ja jetzt gerade wieder ein neues Graduierungssystem im Deutschen Yudubuens, und da gibt es plötzlich andere Anforderungen, andere Techniken werden gefordert, das neue Darn-Graduierungssystem auch da, wie dann immer, gibt es Entwicklungen, was ja auch gut ist. aber mal basal festzuhalten, welches Prinzip und welche Komplexität ist irgendwo zu finden, das ist völlig unabhängig von Yuduprüfung, und so sollte es auch sein, also nachhaltig, dass man eben auch noch in 30 oder 40 Jahren drauf gucken kann und sagen kann Also, es ist keine Prüfungsvorbereitung Systematik, darum geht es mir gar nicht, sondern es geht wirklich um die jeweiligen Jurowürfel.
Oliver
00:59:22
Oder du trainierst ja jetzt auch Kinder, hast du gesagt worauf legst du Wert, wenn du die Kinder trainierst? gibt es da irgendwas Spezielles, was du aus deinen 50 Jahren Judo-Erfahrungen den Kids weitergibst, was dir wichtig ist?
Olaf Lange
00:59:34
Für mich ist wirklich das allerwichtigste das kommt vor allem Techniken, gerade nach heutigen Zeit dass wir die DHB-Judo-Werte vermitteln. Also bei mir ist es wirklich so ob weiß, gelb oder gelb, die Kinder müssen wir diskutieren die Judo-Werte, die Kinder müssen bei einer Gürtelprüfung mir auch Beispiel nennen, wann sie die Judo-Werte angewandt haben, ob nun während des Judo-Unterrichts, ob in der Schule oder zu Hause in der Familie, und dass sie dann immer sagen ja auf die Frage wo hast du das gelernt? ja, beim Judo. Also die Judo-Werte zu vermitteln, das ist sicherlich auch eines unserer größten Funde, die der Judo-Sport hat, dass wir eben nicht nur eine Sportart sind, sondern eine Sportart plus. Und deswegen ist mir das sehr, sehr wichtig, und da kann man wirklich getreufer Motto ausgehen was händs hier nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Also, wenn du dann erst viel später damit anfängst mit den Judo-Werten, sondern gerade im Schülerbereich Judo-Werte vermitteln und Spaß am Judo zu vermitteln. Das sind die zwei Punkte, die eben wichtig sind, damit die Kinder eben wirklich auch nicht nur kurzfristig dabei bleiben, sondern dass wir schaffen, sie über einen längeren Zeitraum auch an den Judo-Sport zu binden.
Oliver
01:00:44
Ich habe bei euch 14 Dahn gerade mal zusammengezählt. Du Lars hat das jetzt neulich habe ich gesehen Anfang des Jahres den sechsten Dahn verliehen bekommen.
Lars Lange
01:00:52
Ja, tatsächlich noch in 2023,.
Oliver
01:00:54
ja, genau Ah entschuldigung, 2023, genau Damit hast du in deiner Familie die höchste Graduierung.
Lars Lange
01:01:00
Das stimmt. Wenn Olaf die, die die Dolzen Turnierfolge hat, dann muss ja irgendetwas anderes übernehmen. Ja, das liegt einfach daran, dass ich ich habe so ein bisschen verkehrte Welt gemacht. Also ich habe sehr viel Judo in meinen 20er Jahren gemacht, sehr viel Training gegeben, mich weitergebildet und, wie gesagt, war in der Lehre sehr viel unterwegs habe da sehr, sehr viel gemacht und habe dann, als ich später Vater wurde mit Anfang 40, habe, dann eben mich zurückgenommen im Judo-Bereich, und Olaf hat erst die Familie und die Kinder durchbekommen und engagiert sich jetzt ganz doll. Also von daher wenn Olaf so weitermacht, ist das dann sicherlich auch irgendwann eine Frage der Zeit, wenn er praktisch danach liegt. So haben wir da unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, und das ist, glaube ich, auch okay für alle.
Oliver
01:01:58
Ja, karsten, du hast auch einen Trainer scheinen habe ich gesehen. Darfst du auch eine Gruppe betreuen?
Karsten Lange
01:02:05
Könnte ich auch machen, ist richtig. Aber das habe ich jetzt vor längerer Zeit denn doch irgendwie für mich entschieden, dass ich finde, es ist auch wichtig, dass jüngere Trainer Kinder trainieren, und das müssen nicht immer alte Männer sein, sozusagen Danke, und der Seite verfolge ich das also nicht weiter. Ich fahre eben, wie gesagt, jetzt eher, ich sehe mich eher in den Medien, um Judo einfach nochmal breiter zu streuen in der Öffentlichkeit. Also, ich war jetzt letztes Wochen zum Beispiel gerade in Sprembäck mit. Da hat unser JGS Frauenteam, die auch in der Frauenbundesliga kämpfen, den ersten Kampftag gehabt, und was sehr schön war, dass eben parallel dazu haben denn abends, eine Runde später sozusagen die Männer noch gekämpft, also dass die sowas auch versuchen. Jetzt, dieses Jahr ist das, glaube ich, ziemlich gelungen von der Orga der Bundesliga, dass Frauen und Männerteams eben an einem und denselben Kampftag oder Kampfabend kämpfen, weil nichts ist blöder, als wenn sozusagen am gleichen Tag die Frauen irgendwo sonst wo kämpfen und die Männer ganz woanders, und die, die wenig Zuschauer, die Judo ja leider noch hat, dann auch sich noch aufteilen müssen. Ja, wer fährt jetzt bei den Frauen mit, wer fährt zu den Männern? So ist es also sehr gut jetzt würde ich sagen, dieses Jahr gelungen, die Termine so hinzubekommen, dass es so häufig so eine Doppel oder sogar Dreifach-Kampf-Tage gibt, wo man einfach hofft, dann eine Halle wirklich auch vollzukriegen, und eben auch am Ende auch letzttüglich Sponsoren zufriedenstellen kann, weil da viel Publikum kommt und so auch ein bisschen Geld generiert werden können für den Judo-Sport. Weil ich glaube, das ist schon wichtig, dass es auch in diese Richtung weiter geht. Man kann nicht von der Adätenverlangen trainiert, trainieren, und es muss auch mal ein bisschen Bonus rüberkommen für die Leute, die sich wirklich engagieren und wirklich viel tun. Für den Sport Ist das schon eine gute Sache. Und das ist eben die höchste deutsche Liga, ja, wo finde ich auch? also sie hat auch letztendlich eine tolle Vorbildfunktion. Also ich glaube, das machen jetzt viele Vereine auch so. Also in Hamburg versuchen wir häufig auch, einen Kinderlehrgang dann vorher noch zu organisieren, dass dann die Kinder gleich in der Halle bleiben, und dann hofft man natürlich auch, dass die Eltern danach noch dazukommen, einfach so, und dann ist eine gute Stimmung schon fast garantiert.
Oliver
01:04:25
Will ich mal sagen Ja, cool, wenn ihr auf Höhe von 50 Jahre Judo zurück schaut. Gibt es da irgendwas, was ihr eurer jüngeren Ich so mitgeben würdet? irgendwas, was ihr sagen würdet hey, das hätte ich gerne anders gemacht, oder der wäre ich lieber woanders abgebogen.
Lars Lange
01:04:43
Gute Frage, Weiß ich gar nicht. Olaf Licht, du mal los.
Olaf Lange
01:04:49
Also das, was ich im Nachhinein vielleicht, sag ich mal vielleicht anders gemacht hätte. Ich hatte bei meinem Studium sehr schwer Punkt auf die Klausuren gelegt. Ich wollte mein Studium eben auch in der Mundeststudienzeit durchziehen, und das war gerade in der Massenuniversität Hamburg schon ein sehr ambitioniertes Ziel, wo ich dann nach sechs Semester mit BWL durchführen und siebtes, acht und Sechs Samen geschrieben habe. Aber dieser Tatsache geschuldet habe ich an keiner deutschen Hochschulmeisterschaft teilgenommen, und ich habe viele Leute, die sich dort platziert haben, geschlagen. Aber ich habe immer gesagt nee, das sind Klausuren. Ich bin in der Klausur Vorbereitungsphase und habe da für mich andere Prioritäten gesetzt, und da würde ich sagen hey, wenn du ein, zwei Semester länger studiert hättest, das wäre auch nicht so schlimm gewesen.
Lars Lange
01:05:42
Ja, mir fällt jetzt auch eine Story ein Also als ich 14 war, da bin ich gerade von dieser Schülerklasse in die Jugendklasse gewechselt, da wurde ich Hamburger Meister in der Gewichtsklasse bis 49 Kilogramm, und zu der Zeit hat die Jugendgruppe oder die Jugendmannschaft vom TH Eilbig noch einen Sportler bis 49 Kilogramm gesucht für ihre Meisterschaft, also ihre Mannschaftsmeisterschaften, und hat mich dann gefragt, ob ich nicht damit für Eilbig kämpfen möchte als Hamburger Meister, und ich habe gesagt oh nee, da muss ich ja mit Wursten und U-Bahn von Bergedorf nach Eilbig fahren, was eigentlich ein Klacks ist heutzutage. Das war mir irgendwie zu aufwendig. Naja, die Mannschaft ist dann deutscher Mannschaftsmeister geworden in der Jugendklasse, und dem Titel hätte ich natürlich auch ganz gerne mitgenommen, aber ich war zu faul, um ein bisschen mit der Bahn zu fahren. Also, das würde ich heute wahrscheinlich anders machen.
Karsten Lange
01:06:46
Ja bei mir vielleicht kann man noch sagen, also sicherlich. Ich würde mal sagen, bei mir hat es auch viel konkurriert, ein bisschen mit dem Studium. Aber eben auch ich habe tatsächlich muss ich sagen, auch mich teilweise bei Schirmwetter nach einer Sportart gesehen, die man draus machen kann, und bin halt irgendwann mal in einem Sommerurlaub mit dem Winzerhoffen ins Büro gekommen und habe, sage mal so, was ich gut finde daran, dass es, denke ich, keine Sportart ist, die das Judo oder den Judo-Stil kaputt macht, sondern eher eine gute Ergänzung ist. Also auch dort übt man Koordination, gleichgewichtige Fühle und so weiter. Aber klar, letztendlich hat es mich natürlich auch ein bisschen manchmal weggebracht für vielleicht für größere Meisterschaftserfolge und so weiter. Also, da muss man eben. Aber auch damals, sage ich mal so, war eben halt eine sehr, sehr hohe konkurrenztätische Schuhe allein in Hamburg. Wir hatten in Hamburg früher wirklich vier Bezirkel. Also es gab so genannte Bezirksmeisterschaften in Hamburg, nach den Himmelsrichtungen aufgeteilt, und da musste man erst mal durchkommen, um überhaupt auf eine Hamburger Kämpfe zu dürfen. Und heute ist man froh, wenn man auf der Hamburger irgendwie annähernd mal Richtung 100 Teilnehmer kommt. Das war damals ein Lockeres, also auf hohe Zahlen zu kommen. Das ist eben nicht mehr so, und ja, andererseits hat es einen natürlich auch immer die Grenzen schnell gezeigt. Jetzt, wenn ich da war, da noch die und die alle schlagen muss aus meinem Bezirk. Da muss ich ja eigentlich nochmal mehr trainieren, und dazu war ich damals sicherlich auch nicht bereit. Ob ich das nachher ein ganz anderes gemacht hätte, weiß ich nicht. Also, ich glaube, ich habe letztendlich schon eine ganz gute Mischung für mich gefunden, weil ich jetzt nicht im Kopf diesen ganz großen Ärger als hatte, jetzt unbedingt irgendwie der absolute Leistungsträger zu werden.
Oliver
01:08:34
Ja, was ist das, glaube ich, bei mir? Also, wenn ich die Frage beantworten müsste, bei mir ganz klar ich würde sagen Junge, bleib beim Judo, mach keinen Fußball, bleib beim Judo, bleib dran. Das ist ein toller Sport, der wird dir noch ein bisschen hoher Alter viel Freude bereiten. Ich glaube, das wäre bei meinem Jüngeren nicht, was ich so mitgehen würde. Ich habe ja so viele Lowlights aufgezählt, aber wenn ihr so zurückguckt, was waren also die Highlights als in den 50 Jahren, gibt es da irgendwie so Geschichten, an die euch noch gerne erinnert, so Momente.
Lars Lange
01:09:05
Ja klar. Tatsächlich würde ich sagen, meine Highlights sind bei mir im Judo-Trainer da sein verortet, als die erste Athletin Frauen U19, so hieß es früher die Altersklasse da Deutsche Meisterin wurde. Zum ersten Mal hatten wir eine Frau oder eine Jugendliche U19-Jährige als Deutsche Meisterin im Verein. Das war schon ein tolles Erlebnis, das mitzumachen. Und das zweite tolle Erlebnis als Trainer erinnere ich mich noch, als sich damals die Judo-Gruppe von Olaf übernommen hat. Der hatte die vorher drei oder vier Jahre trainiert. Die waren in der B-Jugend Norddeutscher Mannschaftsmeister geworden. Und dann kam ich an, habe dann die Gruppe übernommen und habe gedacht oh Gott, norddeutscher Mannschaftsmeister, das waren wir im Verein vorher noch nie, das kann ja nichts werden. Und mit der Gruppe bin ich dann über die Jahre eben auch mehrfach Norddeutscher Mannschaftsmeister geworden, und dann später Fünfter auf der deutschen Mannschaftsmeisterschaft und so Also gerade die Mannschaftsmeisterschaften, wenn so ein ganzes Team jubelt und erfolgreich Titel holt, das war schon sehr, sehr cool. Und wir waren immer so ein bisschen die Underdogs, die aus Hamburg, mit dem man nicht gerechnet hat. Wir waren mit Nordrhein-Westfalen, natürlich mit Sachsen und Bayern und Baden-Württemberg gerechnet, und dann kommt da die Nordlichter und haben da ganz gut mitgemacht. Das war schon, hat schon Spaß gemacht.
Oliver
01:10:43
Bitte Kasten.
Karsten Lange
01:10:46
Ja bei mir sicherlich, sage ich mal, einen Höhepunkt, wenn man so will, war, dass ich halt ein Jahr in der ersten Bundesliga eben für den Therialpik gekämpft habe und da tatsächlich auch gut ausgesehen habe, in meinen Kämpfen also. Unter anderem weiß ich noch, wir hatten einmal auswärts einen Kampf in Wolfsburg, wo Wolfsburg wirklich damals ja zur deutschen Spitze gürte. Ich glaube, wir haben zehn Mannschaftstitel geholt, meine ich, und ich hatte halt einen mehrfachen deutschen Meister mit dem Thuminage richtig über mich drüber gezogen. Er hat sich aber tatsächlich noch retten können. Aber ich habe irgendwann in der Halle, die gut besetzt war, damals mit Publikum ein richtiges Raunen erzeugt, so, und das war letztendlich war ich da auch ein Anderdoc, der viel zu wenig trainiert hat für diese Liga, aber immerhin, man hat also doch ein bisschen mitmischen können. Dann sicherlich auch also ich habe einmal das halt geschafft einen siebten Platz auf den deutschen Hochschulmassage schafften, wo bis zu 71 Kilogramm damals waren wir 85 Leute, also bestattliche Zahl Und da auf den siebten zu kommen, war für mich auch sicherlich eine Ausnahmbeleistung, sage ich mal so. Und das sind so die Sachen von den Erfolgen her. Und sonst kann ich eben auch sagen, ähnlich wie Lars, dass man sich einfach freut, wenn man ja irgendwo ein Team begleitet hat und eigentlich so einen Feuer entfachen kann, dass die Kinder eben beim also das finde ich Mannschaftswettkampf wirklich ideal für geeignet, dass sie wirklich alle zusammen eh injenigen Anfeuern, der gerade kämpfen muss, Und das macht es wirklich aus, wo man auch merkt, da pässtet sich auch manchmal ganz andere Ergebnisse, die eigentlich nicht auf dem Blatt, wo wir so existiert haben, weil eigentlich nach der Theorie müsste der andere gewinnen. Man kennt ja viele denn so, aber im Mannschaftskampf ist vieles plötzlich ganz anders, und das ist einfach toll. Das wird gespannt.
Olaf Lange
01:12:38
Ja, ich sehe bei mir zwei Sachen Einmal mein größter Sport durch Erfolg war sicherlich der dritte Platz auf den internationalen finnischen Meisterschaften. Da waren wir mit einer HJV-Auswahl hingefahren, und da waren wirklich eben Russen, japaner, ungarn, alle möglichen da, und ich war an dem Tag wirklich der einzige Deutsche, der dort einen Platz gemacht hat, indem ich dort einen Bronzmedaille gewonnen habe, bis kurz vor Ende zurück lag und dann wirklich mit dem Zweifel und dem unbedingten Siegeswählen, den dann noch umgerissen haben, in den letzten Sekunden und damit eben die Bronzmedaille gesichert habe. Das war sportlich sicherlich mein größter Erfolg. Und sonst, muss ich eben sagen, war die Fusion mit der TSG sicherlich auch ein Erlebnis, was ihn als absolutes Highlight sehen möchte. Weil das könntest du dir vielleicht auch vorstellen gerade wenn man eben ein erfolgreicher Budofaien ist, wenn man auch ein profitabler Budofaien ist, wird man am Anfang sehr, sehr viel gegenstimmen gegen diese Fusion. Was soll das? Und wir haben ein eigenes Dojo, und ja, wenn wir dann ein paar Matten mehr auslegen können oder sowas, wir geben unsere Identität auf. Und diese, ich sage mal, wirklich langfristigen Überzeugungsarbeiten und das waren eben über zwei Jahre, dass man mit den einzelnen Mitgliedern X-Gespräche geführt hat, auch viele Einzelgespräche, bis dann nachher bei der finalen Abstimmung Ich glaube, wir haben nur zwei oder drei Enthaltungen, aber wir haben die Leute eben mitgenommen, und das sehe ich eben auch für mich als absolutes Highlight in meiner Judo oder Budokarriere.
Oliver
01:14:22
Ja, also wenn man das so hört, ich meine, unheimlich, sind jetzt schon fast die Bände der Zeit. Also da kommen ja unheimlich viele Geschichten zusammen. Ich glaube, die Zeit reicht jetzt auch gar nicht, über alles zu reden. Ich glaube, das kann man beim Bier wahrscheinlich mal so über alte Zeit reden. So die Geschichten zu hören, unheimlich cool. Es hat mir auf jeden Fall unheimlich Spaß gemacht, euch dazu zu hören, wie sich Judo bei euch entwickelt hat, wie ihr angefangen habt, wo ihr heute steht. Ihr seid erfolgreich, also nicht nur an Titeln gemessen oder an Wettkämpfen oder Teilnehmern und irgendwelche Meisterschaften gemessen, sondern erfolgreich auch in dem, was ihr tut, also dem Beitrag, den ihr für Judo leistet. Der ist ja unbezahlbar, der ist ja. Da ist so viel Erfahrungsschatz dabei, den ihr weitergeben könnt. Und es ist auch so toll, dass ihr als drei Brüder zusammen fünfzehige Jahre zusammengehalten habt, weiter auf der Judomatte im gleichen Verein seid weiter so ja als Familie zusammenhaltet. Vielleicht könnt ihr eure Kinder auch noch überzeugen. Ich wünsche euch auf jeden Fall, dass ihr noch viele, viele weitere Jahre mit voller Elan und Freude Judo praktizieren könnt, euer Wissen weitergeben könnt. Ich wünsche euch auch weiterhin noch maximalen Erfolg und bleibt gesund.
Lars Lange
01:15:36
Ganz herzlichen Dank.
Olaf Lange
01:15:38
Ja auf meiner Seite ganz herzlichen Dank. Es hat uns wirklich auch viel Spaß gemacht mit dir.
Karsten Lange
01:15:45
Ja auf, von mir ganz vielen Dank. Aber vielleicht als ein kleinen Abschluss doch nur ein kleinen Satz von meinem Großen. Der hat mir dann vor fünf Jahren eben irgendwann mal gesagt, als er natürlich locker an mir vorbeigezogen ist, durchs dann vieles Training. Aber macht das für dich überhaupt noch Sinn auf der Matte? Ja, so ist es halt, aber das ist ja auch das Schöne zu sehen, dass die Kinder an einem vorbeiziehen, und so soll das ja auch sein. Also, man hat trotzdem noch Spaß, aber man muss auch nicht mehr alles ganz so ernst nehmen.
Oliver
01:16:18
Das war Episode 4 von Kai-Ken, der Judepodcast. Hat euch diese Episode mit der Geschichte dieser drei Hamburger Brüder gefallen? Dann würde ich mich über ein Feedback von euch freuen. Oder habt ihr weitere Fragen an Carsten oder von Lars Lange? Dann schreibt es mir in die Kommentare bei Facebook, instagram oder YouTube Oder auf den Seiten judeplus30.com oder wwwkai-judo-podcastde. Außerdem findet ihr in den Shownots weitere Informationen über Carsten oder von Lars. Gefällt euch dieser neue Judepodcast? Möchtet ihr noch mehr solcher tollen Judegeschichten aus der Judowelt erfahren? Dann könnt ihr mich unterstützen, indem ihr diesem Podcast bei eurem Podcast anwiede abonniert und ein Rating da lasst. Unterstützen könnt ihr mich auch, indem ihr diesem Podcast bekannter macht und in eurem YouTube-Verein weiter empfehlen.

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